Inhalte zur Chronik und bedeutenden Ereignissen und Aktivitäten der Akademie 55plus Kassel gemn.e.V.

2008-2018: Aka55plus „10 Jahre alt und immer noch weise!“

10 Jahre sind ins Land gezogen, seit der Vereinsgründung, daher gibt es also etwas zu feiern.

Karl Marx, im Denkerhimmel sitzend zur Linken Gottes, freut sich mit uns, er selbst hatte gerade die 200-Marke geknackt.

Wir wurden während der Wirtschafts- und Finanzkrise ins Leben gerufen, damals gab es wenig zu jubilieren. Auch bei VW traf es die Ü 55er. Viele wurden in den vorzeitigen Ruhestand geschickt, aber und immerhin gut abgefunden. So etwas wäre zu Karl Marx-Zeiten undenkbar gewesen und hätte in diesem Fall wohl das Kommunistische Manifest verhindert. Heute besitzen, anders als die Engelsnahen, die 55er noch Kraft und Unternehmenslust. Neider spreche daher oft von „Unruheruhestand“.

In Darmstadt spürten Anfang des 21.Jhs. wohl manche diesen Unternehmergeist und gründeten die erste aka55plus in Hessen. Das machte Schule und die Kasseler sagten sich, was Darmstadt kann, können wir doch auch! Der Weckruf kam aus der Philipps-Universität Marburg.

Wissensdurst und Bildungshunger ist schließlich den Kasselanern nicht fremd. Ein Initiator war der Soziologie-Professor Dirk Schmitz von Hülst und er fand schnell genug Mitstreiter. 9 Tatenlustige gründeten den Verein und das zuständige Amt stimmte zu und segnete die Satzung ab. Zu den verwegenen 9 gehörten u.a. die heutige Vorsitzende Frau Dr. Hannelore Freudenberg und der Finanzexperte und Vorstandsmitglied Werner Meyer. Viele andere teilten die Gründungsidee und wurden Mitglieder für 55 € im Jahr. Ihre Gesichter strahlten vor Mut und Zuversicht. An eigenen Räumlichkeiten fehlte es allerdings im Revier. So traf man sich zum ersten Mitgliedertreffen in der „Buchoase“ und am 13.06.2008 wurden die ersten Vorstandsmitglieder gewählt. Stolz kann der Schatzmeister bereits im ersten Jahr eine Mitgliederzahl von mehr als 40 verkünden. Sofort wurden Arbeitskreise gegründet: Philosophie, biographisches Schreiben, Internetschulung, Literatur, Wandern, es wurden Aufführungen und Ausstellungen besucht, Doppelkopf und Bridge gespielt, man diskutierte auf Englisch und Französisch, eifrig wurde gekocht und gesungen. Am 1.11.2008 machte erstmals die HNA auf den Verein aufmerksam.

Am 7. Mai 2009 fand die erste Mitgliederversammlung statt. Die Mitgliederzahl näherte sich der Hundertermarke. Man tagte im Café Freiraum und im Philipp Scheidemann-Haus. Am 8.6.2010 war es endlich soweit: Man mietete ein Büro bei der Sparda-Bank am Ständeplatz. Seitdem wird dort verwaltet und die meisten Arbeitskreise finden dort statt. Was da alles passiert: Ein Schatzmeister vermehrt das Vereinsvermögen (Karl Marx hätte seine reine Freude an dieser Art Kapitalismus), das Quartalsprogramm wird erstellt und versendet, die Mitglieder über aktuelle Aktivitäten informiert, die Fotogruppe stellt Bilder aus, Filme werden gezeigt, es wird weiter englisch und französisch parliert, Sommerfeste und Weihnachtsfeiern vorbereitet. Aber auch außerhalb ist die aka55plus aktiv: Ein Ehepaar organisiert perfekt und anspruchsvoll Tagesfahrten um Städte und Museen zu besuchen, weiter gehen Gruppen ins Theater, Ausstellungen in Kassel und Frankfurt werden besucht und kommentiert, Wandergruppen erkunden die Wälder Nordhessens, veranstalten Wanderwochen, eine Fahrradtruppe macht Hessen unsicher, Spaziergänge finden statt und anschließend wird die Kasseler Gastronomie besucht. Freundschaften entstehen. Man hat eine große Auswahl: Über 100 Mitglieder zählt der Verein. Es muss allerdings auch gewarnt werden, die meisten sind Frauen, was wir Männer aber zu schätzen wissen. Jedenfalls, so kann es weiter gehen und wir freuen uns schon auf das nächste Jubiläum: Das 25. feiern wir auf jeden Fall, egal, ob im Himmel oder noch auf Erden!

Wolfgang Schwarz, Aka-Kursleiter im Sommer 2018

In Memoriam

Isolde Brede

Am 22. Januar 2018 verstarb nach schwerer Krankheit unser Gründungsmitglied, Frau Isolde Brede, im Alter von 80 Jahren. Isolde Brede gestorben 22.01.2018
Unsere Akademie 55plus Kassel wurde vor 10 Jahren gegründet, nachdem Herr Prof. Dr. Dirk Schmitz-von-Hülst die Idee für eine solche Akademie aus Marburg nach Kassel brachte. Nach einigen Vorbereitungstreffen entschlossen wir uns damals zur Gründung eines gemeinnützigen Vereins. Wir, das waren acht Personen, die diesen Schritt wagten, eine davon war Frau Isolde Brede. Als Juristin brachte sie bei allen Fragen der Gründung und beim strukturellen Aufbau unserer Akademie ihr Fachwissen ein. Von Anfang an gehörte sie deshalb dem Beirat unserer Akademie an. Ihren Anregungen ist es zu verdanken, dass wir eine moderne Satzung mit Datenschutzklausel haben.
Darüber hinaus entwickelte sie viele Ideen zur inhaltlichen Gestaltung des Vereinslebens.
Aus der Idee „Zeigen wir uns gegenseitig unsere Lieblingswege in und um Kassel/Führen wir uns durch die Stadtteile, wo wir leben“, wurde die Idee „Zeigen wir uns gegenseitig die Landschaft (Harz/Rhön/Thüringer Wald u.a.), die wir lieben“. Daraus wiederum entstand die Idee „tagsüber Natur erleben und abends, statt im Wirtshaus sitzen, ins Theater gehen“.
Im Literaturkreis haben wir 53 Bücher zusammen gelesen und hingebungsvoll darüber diskutiert. Viele Anregungen zu diskussionswürdigen Büchern kamen von Frau Brede. Immer brachte sie, klug argumentierend, die Dinge auf den Punkt und fasste die Meinungen zusammen.
Aus der Beschäftigung mit einzelnen Büchern sind Literaturreisen entstanden: Dresden – Stechlinsee – Weimar – Husum – Ilmenau, auch eine ihrer Anregungen. Ausserdem hatte Frau Brede die Idee, nach der Lektüre eines Buches sich gemeinsam entsprechende Literaturverfilmungen oder auch die Theaterfassungen anzuschauen.

So erfüllte sie 10 Jahre lang, bis zuletzt, schon von schwerer Krankheit gezeichnet, mit Rat und Tat viele Bereiche der Akademie 55plus Kassel mit Leben, gemäß dem Motto der Akademie „Im Alter entfalten“!
Die Akademie 55plus Kassel e.V. dankt der Verstorbenen für ihr langjähriges ideelles und finanzielles Engagement in unsere Vereinsidee. Wir sind sehr traurig, dass wir Isolde Brede verloren haben, aber dankbar über die erfüllten gemeinsamen Jahre. 

Dr. Hannelore Freudenberg

 

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